Wir möchten dabei helfen, dass Straßenkindern in Cochabamba (Bolivien) ein menschenwürdiges Leben leben und sich individuell entfalten können!

So lässt sich die Motivation für das Straßenkinderprojekt Tiquipaya Wasi einfach und treffend beschreiben. Dabei ist es nicht nur wichtig den Kindern ein Zuhause zu bieten. Auch die schulische und berufliche Ausbildung bilden eine elementare Voraussetzung für die erfolgreiche Integration in die bolivianische Gesellschaft. Das Projekt Tiquipaya Wasi versucht die Problematik ganzheitlich zu erfassen und besteht daher aus zwei Stufen:

Bei der Straßenarbeit versuchen Streetworker des Projektes das Vertrauen der Kindern auf der Straße zu gewinnen. Über Sport und Spiele kommen die Erzieher ins Gespräch mit den meist minderjährigen Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig versorgen sie dabei die Kinder mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikel. Die Erzieher klären über Krankheiten, Verhütung und die Rechte der Kinder auf. Auch kleinere Wunden werden medizinisch versorgt. Um eine gute Betreuung der Kinder auf der Straße gewährleisten zu können, wird die Arbeit im Großraum Cochabamba projektübergreifend koordiniert. Die Erzieher versuchen während der Straßenarbeit in persönlichen Gesprächen, die Kinder vom Leben im Kinderheim von Tiquipaya Wasi zu überzeugen. Jedes Kind muss freiwillig ins Kinderheim kommen. Die größte Hürde ist dabei meistens, dass die Kinder keine Drogen mehr nehmen dürfen.

Das Kinderheim von Tiquipaya Wasi ist die zweite Stufe des Projektes. Hier bieten wir bis zu 30 Straßenkindern ein Zuhause. Um Probleme zwischen Jungen und Mädchen im vorhinein auszuschließen, ist das Kinderheim von Tiquipaya Wasi nur für Jungen. Das Projekt arbeitet aber intensiv mit dem Kinderheim für Mädchen wie Mosoj Yan zusammen. Neuankömmlinge werden in die vorhandenen, familienähnlichen Strukturen eingegliedert und psychologisch und schulisch unterstützt. Sobald die Kinder und Jugendlichen für einen Schulbesuch vorbereitet sind, besuchen sie eine normale Grundschule oder weiterführende Schule. Daneben müssen sie kleinere Arbeiten im Kinderheim verrichten: in der Küche helfen, die Toiletten putzen, Wäsche waschen oder die Wege fegen. Parallel versuchen die Betreuer den Kontakt zur Familie herzustellen. Die meisten Straßenkinder sind nämlich keine Vollwaisen. Das Leben auf der Straße erschien ihnen auf den ersten Blick einfach besser, als das Leben bei ihren Familien. In machen Fällen können die Familien wieder vereint werden. Traurigerweise sind die Voraussetzungen dazu oftmals nicht gegeben.