Hola,

im Dezember haben für die Jungs die Weihnachts- und gleichzeitig auch Sommerferien begonnen, deswegen Stand dieser Monat unter dem Zeichen gemeinsamer Aktivitäten.

Gefühlt waren wir jeden Tag Fußballspielen, mal auf der Cancha des Projekts, mal auf dem Bolzplatz und ab und zu auch auf dem großen Rasenplatz, der einige Gehminuten von unserem Grundstück entfernt liegt. Auch wenn mir das Fußballspielen einen riesen Spaß macht, irgendwann wird es dann doch etwas eintönig und daher freute ich mich sehr darüber, als unsere Chefin die Jungs und mich zum Wally Spielen mitnahm.

Wally ist eine Art Indoor-Volleyball, allerdings wird das Netz in einem Squash Court aufgespannt und man darf die Wände als Spielfläche mit nutzen. Das Spiel ist unglaublich chaotisch, weil der Ball kreuz und quer durch den Raum fliegt und scheinbar keine Regeln existieren. Naja,  und wenn doch, dann haben sich die Jungs zumindest nicht daran gehalten. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht und am Ende des Abends kamen wir nassgeschwitzt und fröhlich zurück ins Projekt.

Kurz vor Weihnachten haben Luca und Ich auch unsere Arbeiten im Sala de Juego abgeschlossen. Wir hatten schon vor mehreren Wochen damit begonnen, den alten Putz von den Wänden zu reißen und neuen aufzutragen. Das anschließende Abschleifen der Wände gestaltete sich dann aber als aufwendiger als zunächst gedacht und kostete einige Zeit.

Mit dem Ziel vor den Augen, das ganze Projekt noch vor Weihnachten abzuschließen, hielten wir uns in der letzten Woche ran und schliffen alle Wandteile fertig. Den gesamten Mittwoch und Donnerstag verbrachten wir mit Malerarbeiten. Auf das große Putzen danach hatte eigentlich keiner mehr große Lust, aber mit guter Musik im Hintergrund und der tatkräftigen Unterstützung Armandos schafften wir auch das.

 

Für mich war das Projekt sehr wichtig, da es mir das Gefühl gibt, den Jungs etwas Greifbares zu hinterlassen. Ein Großteil unserer Arbeit spielt sich auf zwischenmenschlicher Ebene ab, sie ist nicht auf den ersten Blick sichtbar und Erfolge zeigen sich erst nach längerer Zeit. Mit dem Renovieren des Sala de Juegos ist unsere Arbeit daher noch keinesfalls beendet. Wir haben den Jungs und uns selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht, in Zukunft wird sich aber zeigen, wie wir die neuen Räumlichkeiten nutzen können, um langfristig die Situation in Tiquipaya zu verbessern.

Den Tag vor Heiligabend habe ich im Projekt verbracht. Morgens gab es Kakao und Panetone, vormittags sind wir mit den Kindern und dem gesamten Mitarbeiterteam auf die Cancha de Tierra Fußballspielen gegangen. Die Bescherung für die Jungs fand nicht am ersten Weihnachtsfeiertag statt, wie sonst hier üblich, sondern eine Woche vorher. Das verfrühte Datum nahm dem Ganzen ein bisschen die Ruhe und Besinnlichkeit, richtige Weihnachtsstimmung konnte dabei leider nicht aufkommen.

Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachte ich bei Franz. Abends feierten wir mit der Familie, den nächsten Tag ließ ich etwas ruhiger angehen.

Liebe Grüße aus Cochabamba

Lucas